Redesign lohnt sich
Viele der heute noch verwendeten Gemeindewappen wurden in den 60er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts angefertigt. Die Zeiten wandeln sich, und schon deshalb empfiehlt sich nach einigen Jahrzehnten ein Redesign des Wappen in zeitgemäßer Anmutung. Vor allem liegen die veralteten Wappen nur als Scans, also Pixelbilder vor. Dies macht eine Reproduktion des Wappens schwierig. Nach heutigem Stand der Technik sollte ein Wappen als so genannte Vektorgrafik vorliegen: als Farbversion, als Graustufenversion (zum Beispiel für Amtsblätter, die nur mit Schwarz gedruckt werden) und schließlich auch als schraffierte Strichversion für die Anfertigung von Amtssiegeln. Für das Internet sollte das Wappen ebenso optimiert sein: hier spielt die Anpassung der Farben an den RGB-Farbraum eine große Rolle. Die Farben des Wappens sollten gemäß dem Medium Monitor kräftig, klar und leuchtend sein (siehe Expertise mit Empfehlungen: Tingierung_Kommunalheraldik.pdf).
Ein anderer Grund für ein Redesign kann sein, dass das alte Wappen in ästhetisch nicht ganz befriedigender Weise vorliegt, oder dass erstmals ein Siegel geprägt werden soll. Für die Erstellung einer Prägevorlage des Siegels muss der Wappeninhalt jedoch neu gezeichnet werden. Der Weg zum neu gestalteten Wappen in Farbe ist dann nicht mehr weit.
Vektorgrafik
Die Vektorgrafik hat den Vorteil, dass sie (theoretisch) unendlich vergrößerbar ist und dabei ihre Kantenschärfe behält. Die Vektorgrafik als Reproduktionsvorlage ist zudem vielfältig verwendbar: zum Beispiel für den Offset-Druck (kommunales Briefpapier, Tourismus-Flyer, Wanderkarten usw.), den Siebdruck (Willkommensschilder, Pokale, Bierkrüge usw.), als Vorlage für Aufnäher, für emaillierte Anstecknadeln, für Medaillen mit Relief, Aufkleber usw.
Vier Phasen
Das Redesign eines Wappens gliedert sich meist in vier Phasen. Zuerst ist eine gründliche Recherche nötig, danach wird das Wappen per Hand neu vorgezeichnet und nach Zustimmung als dritter Schritt digital reingezeichnet. Schließlich werden aus der farbigen Reinzeichnung (Vektorgrafik) verschiedenste Formate und Farbmodi für unterschiedliche Anwendungszwecke erstellt.
Beispiel: Redesign des Stadtwappens Pleysteins
  
Recherche. Links: Wappen Anfang 16. Jahrhundert. Mitte: Wappen um 1900 (von Otto Hupp). Rechts: Wappen 1968 (von Max Reinhart).
  
Links: unbefriedigendes Wappen, wie es vor dem Redesign verwendet wurde. Mitte: Bleistiftvorzeichnung nach Erteilung des Redesign-Auftrages. Rechts: neues Wappen als Ergebnis eines Redesigns.
  
Links: Graustufenversion nach Redesign. Mitte: Schraffurversion (Redesign-Vorversion). Rechts: Dienstsiegel (Redesign-Vorversion)
  
Beispiel Steinberg am See. Links: altes Wappen. Mitte: neues Wappen nach Redesign. Rechts: neues Dienstsiegel
 
Beispiel Wackersdorf. Links: altes Wappen. Rechts: neues Wappen nach Redesign.
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